Meine Freewind auf Alpentour

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Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon Xplorer » 20. Jun 2019, 23:29

Hallo zusammen,

für diejenigen die es interessiert, hier ein kleiner Bericht zu meiner Alpentour Anfang Juni.

Start war in Norddeutschland und dieses Mal ging es dann tatsächlich über die Autobahn direkt nach München zu meinem Reisegefährten. Einige hundert Kilometer die nur aus zeitlichen Gründen so abgespult wurden. Zwei Tage über deutsche Landstraßen wären schöner gewesen, aber was solls.
Nach einem guten Essen und Nickerchen ging es am gleichen Tag weiter an den Walchsee in Österreich. Abends standen knapp 1000 auf meinem Tacho. Der Hintern tat weh aber die Sitzbank der XF ist schon ganz gut bequem.

Am zweiten Tag ging es dann endlich ab in die Berge. Über die Großglockner Hochalpenstraße führte es uns bei traumhaftem Wetter über schneebedeckte Berge. Grandiose Aussichten aber leider war es auch sehr voll. Daher fiel der Fotostop kurz aus und wir steuerten weiter nach Süden Richtung Kärnten.
Das eigentliche Tagesziel hieß aber: Slowenien. Genauer gesagt vrišič Pass und soča Tal. An diesem malerischen Ort schlugen wir ziemlich platt aber zufrieden unsere Zelte auf, holten uns noch die sehr gute Pizza beim Inhaber des Campingplatzes ab und fielen in den Schlaf der Zweiradfahrer.

Dritter Tag.
Die Sonne lacht, schnell gewaschen und gepackt und ab aufs Motorrad. Durch das gleichnamige Tal immer an der Soča entlang war der erste Stopp des Tages die Mangart Hochstraße. Leider war etwa einen Kilometer vor dem Sattel Schluss, da etwa vier Meter Schnee den Weg versperren. Macht nichts, trotzdem toll, diese Straße auch mal mit dem Motorrad gefahren zu sein.

Weiter an bovec vorbei und irgendwann rechts in die Berge. Wir kommen Italien näher. Und zwar auf kleinsten Straßen und Wegen. Ich weiß nicht ob der Pass überhaupt einen eigenen Namen hat. Nur dass er ein 12 langes, sehr schmales und kurviger Stück Asphalt ist. Jeder Gegenverkehr wird dort zum Abenteuer. Unten ein Stück Schnellstraße um das wenig ansehnliche Tal zu passieren.

Vorbei an Tolmezzo und Ampezzo wieder hoch in die Berge. An einem türkis blauen Stausee versperrt eine Umleitung auf italienisch den Weg. Kein Problem dachten wir, dann eben den Weg ganz oben über Sauris.
Leider hatte wohl ein Italiener vergessen die hoch oben in den Bergen laufenden Großbaustellen auch mit auszuschildern. Nach viel überreden und überzeugen von unseren Offroad Tauglichkeiten war dann beim dritten schlecht gelaunten Michaele Mörtel Schluss. Umdrehen und mit dem letzten Tropfen Sprit ins Tal. Zumindest für die mitreisende yamaha xj6n. Die Freewind war gerade mal etwa halb leer. :D

Nach einem guten Umweg gab es den Rest des Tages noch die drei Zinnen in den Dolomiten zu sehen und anschließend über ein Stück Autobahn bis nach sterzing. Ein viel zu lang geplanter Tag.

Tag vier. Kalt aber wieder sonnig.
Gleich zu Beginn geht es über den leeren und damit schön zu fahrenden Jaufenpass. Hauptsächlich weitere Biker sind hier schon unterwegs und damit keine Verkehrshindernisse wie Busse oder LKW.
Direkt im Anschluss geht es aufs Timmelsjoch. Hier kennt sich die Freewind aus, war sie doch letzten Herbst erst hier oben. Aber so viel Schnee hat sie dabei letztes Mal nicht gesehen. Trotzdem war es dieses Mal entschieden wärmer. 12 Grad zu - 3.
Ein paar Bilder von der Straße die von bis zu 6 Meter hohen Schneeresten eingerahmt wird und schon fliegen wir weiter unserem Tagesziel Pitztal entgegen. Hier übernachten wir am Haidersee und hoffen bei einem amtlichen Unwetter, dass wir nicht samt Zelten Marry Poppins spielen.

Tag fünf.
In einer kurzen und sehr windigen Regenpause nutzen wir die Chance die fast getrockneten Zelte abzubrechen.
Beim Start heißt es allerdings die neu in München gekauften Regenklamotten zu testen. Es gießt ordentlich aber vorerst bleibt alles trocken.
Leider mussten wir in Prad einem großen roten Schild entnehmen, dass das Stilfser Joch geschlossen ist. Murenabgang. Also drum herum. Ofenpass auf Schweizer Boden, dann über einen schmalen Tunnel der auf einer beeindruckenden Staumauer endet wieder nach Italien - Livigno. Wer hier in der Nähe ist, sollte zum Essen und tanken einen Halt einlegen. All das ist hier steuerfrei. Super der Liter für 1,07€. DAS sind noch Preise! Schade dass die Freewind so sparsam ist. Während mein Kumpel mit der wieder fast leeren yamaha ordentlich frönen kann, passen bei mir gerade mal acht Liter in den Tank.

Weiter über den Passo al Fuorno. Auf der Passhöhe hat uns das schlechte Wetter dann wieder. Zunächst Nebel mit stellenweise 20 Meter Sicht, dann gesellen sich noch kräftiger Wind und Regen hinzu. Oben biegen wir auf den Berninapass ein. Hier war ich vor ein paar Jahren schon mit meiner Italienerin. Allerdings mit etwas geringerer Luftfeuchtigkeit und mehr Ausblick auf die Eisriesen. Heute sind wir froh als wir in ST. Moritz halten und der Regen so langsam aufhört.
Da der Albulapass noch wegen Baumaßnahmen geschlossen ist, wählen wir den Julierpass bis Tiefencastel in der Schweiz. Hier stelle ich mein Zelt zunächst zuverlässig auf einen Ameisenbau, bis ich doch umziehe. So viel Gesellschaft verträgt meine Privatsphäre nicht.
Da es noch früh am Tag ist, fahren wir den Albulapass noch die 25 befahrbaren Km bis zur Sperre hoch. Lohnenswert.

Tag 6.
Heute soll es eigentlich bis Zermatt gehen. Da das Wetter kaiserlich ist, und meinem Kumpel bald der Urlaub ausgeht, entschließen wir kurzfristig die verpassten Pässe vom Vortag nochmal in Angriff zu nehmen. Julier, Bernina, Fuorno, Bormio, Umbrail, stelvio. Bei Sonne fliegen wir nur so über die Berge.
Nach einer letzten guten italienischen Pizza trennen sich unsere Wege vorzeitig in Landeck.
Ich gönne mir noch den Arlbergpass und muss am Bodensee feststellen, dass Bayern Pfingstferien hat. Jeder Zeltplatz ist restlos überfüllt.
Dann eben Booking fragen.

Tag 7.
Eine Nacht in einem richtigen Bett ist auch mal wieder was. Heute lockt der Schwarzwald mit Feldberg, Titisee, Schluchsee, Freiburg und vielen tollen Kurven. Am Abend bin ich noch über einen Eck Frankreich bis in den Pfälzerwald.
Hier nimmt mich eine Schweizer Familie bei Regenwetter netterweise unter ihrer wohnmobil Markise auf.
Beim abendlichen Check der Maschine sagt mir das Glasfenster, das nach 3.500 km Autobahn und Pass Geheize mit Gepäck ein halber Liter Öl fällig ist. Passabel würde ich sagen. Der Ofen wird eben auch immer ausgequetscht.

Tag 8.
Heute überbrücke ich einen Teil der Strecke per Autobahn. Ich will abends zuhause sein und noch Siegerland und Sauerland abkurven.
Und wie ich während eines kurzen Halts noch denke wir zuverlässig mich mein Gefährt doch getragen hat, muss ich beim Losfahren ein schwammiges Gefühl am Hinterrad ausmachen. Metallsplitter... Kein Handyempfang... Läuft. Zwei Autofahrer waren so nett zu halten und mir ein Smartphone mit Empfang zu leihen.
Eine Stunde später ist der gelbe Engel in Form von Uli da und es geht die letzten 250 km auf vier Rädern bis vor die Haustür. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber alles heil geblieben am Fahrer, das ist das wichtigste.


Fazit:
Der neue Conti Trailattack 3 hat sich gut geschlagen. Ich finde sogar deutlich besser als sein Vorgänger. Gerade bei Regen und Schmelzwasser war das Gefühl der Haftreserven deutlich besser.
Der cruisy evo von timetoride ist eine sinnvolle Investition. (Tempomat)
Regensachen sind super! ^^
Yamaha baut durstige Motorräder.
Wir haben zu wenig Pizza gegessen.

Nächstes Jahr geht's auf die Schotterstrecken der Seealpen und Liguriens.
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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon Xplorer » 20. Jun 2019, 23:30

Und noch die letzten paar Bilder.
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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon Xplorer » 20. Jun 2019, 23:31

Und die letzten Beiden.

Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe der Beitrag gefällt dem einen oder anderen von Euch.
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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon loop » 21. Jun 2019, 05:45

Hi
Eine Wunderschöne Tour habt ihr da gefahren. :streichel:
Die Fotos zeigen da einen guten Querschnitt dazu an.
Liebe Grüße
Tom

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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon takoda » 21. Jun 2019, 18:49

Sehr cool! Slowenien hatte ich ja auch überlegt für dieses Jahr, aber jetzt wirds erstmal das Baltikum. Aber der Balkan ist noch nicht vom Tisch, und bei den Bildern erst recht nicht! :D
...still out here in the wind and rain ~ I look a little older but I feel no pain...
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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon Xplorer » 21. Jun 2019, 20:00

Slowenien kann ich wirklich empfehlen. Ganz besonders wie geschrieben die Ecke der Julischen Alpen um den Triglav Nationalpark.
Balkan kommt auch die nächsten Jahre. Speziell Albanien.
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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon loop » 22. Jun 2019, 06:43

@takoda
@Xplorer
Meldet euch wenn ihr eure Touren in Richtung Balkan plant.
Vielleicht geht sich eine gemeinsamer Urlaub aus.
Ev. mögt ihr auch ein bissl Schottern?
Liebe Grüße
Tom

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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon Lily » 19. Jul 2019, 21:07

Sehr schöner Bericht! :D

Meine Freewi war dieses Jahr auch im Raum Tolmezzo/ Friaul unterwegs, mit
nem Abstecher nach Slowenien und hat u.a. die Slowenische Grenzkammstraße unter die Sohlen genommen :)
Außerdem die Panoramica delle Vette, allerdings nicht komplett, da durch
den letzten Winter doch sehr beschädigt und aus Richtung Ravascletto nicht befahrbar.

Gruß
Nur fliegen ist schöner....

VIELLEICHT ;-)

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Re: Meine Freewind auf Alpentour

Beitragvon Xplorer » 31. Jul 2019, 15:27

Schade dass ich die Panoramica delle Vette nicht vorher gesehen hab. Dann hätte ich sie direkt mit auf die Tour gelegt.

@loop
Schottern klingt gut. Da ich kommendes Jahr allerdings erst in Südfrankreich und dann länger in down under bin, wird es frühestens 2021 XD
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