Honda FMX 650

Für Beemer, Banditen, GSR-Treiber, Tiger-Bändiger und andere
Benutzeravatar
Brummbär
Technikpapst
Beiträge: 1044
Registriert: 3. Apr 2003, 18:57
Wohnort: Sindelfingen

Honda FMX 650

Beitragvon Brummbär » 14. Dez 2014, 15:28

Hallo zusammen,

nachdem der Trend zum Zweitmotorrad bereits alt ist, habe ich für mich entschlossen den Trend zum Auslandsdrittmotorrad einzuleiten.
Hier meine "Dritte":
Honda FMX 650.
Gekauft mit ca. 32.000km. Baujahr 2006.
Als Reisemotorrad ziemlich ungeeignet, zum Kurvenflitzen ideal.
Leistung (38PS) für eine Insel (Teneriffa) ausreichend.

Basteln dürfte ich auch schon ein wenig, damit sie wieder ein wenig fescher aussieht: Wechsel der Handprotektoren, Spiegel, Auspuffblenden... Besonderen "Spaß" machte die Sitzbank, die ich aufgepolstert und frisch bezogen habe. Leider mit einer kleinen Falte wie das Bild verrät.
Dateianhänge
FMX 11 2014 3.jpg
FMX 11 2014.jpg
Grüßle

Brummbär

"Man kann eine Freewind nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - eine Freewind braucht Liebe."Bild

Benutzeravatar
Knüppi
Spezialist
Spezialist
Beiträge: 286
Registriert: 27. Okt 2013, 20:07
Wohnort: Gera
Kontaktdaten:

Re: Honda FMX 650

Beitragvon Knüppi » 20. Jan 2015, 13:27

Oarr mit dem Möp zum Teide nauf fahren, das wär ein Traum!

Und, wie läuft sie so im Vergleich zur FW?

Werden wohl der Insel dieses Jahr wieder einen Besuch abstatten, war sehr schön dort!
Mein XF650 Scrambler - Umbaublog >
http://www.Karasche.wordpress.com

Benutzeravatar
Brummbär
Technikpapst
Beiträge: 1044
Registriert: 3. Apr 2003, 18:57
Wohnort: Sindelfingen

Re: Honda FMX 650

Beitragvon Brummbär » 29. Nov 2015, 11:34

So, nun bin ich insgesamt ca. 3000km mit der FMX gefahren und denke dass es mal Zeit für einen kleinen Bericht hier wäre.
In Ermangelung eines Drehzahlmessers fällt es mir schwer den FMX Motor mit dem der XF zu vergleichen. Gefühlt kommt er unter herum ein wenig besser, durchzugstärker, laufruhiger als der der XF. Am anderen Ende des Drehzahlbandes wirkt er zäher.
Im normalen Fahrbetrieb (Motorradwandern zwischen 70 und 110 km/h) schenken sich die beiden nichts. Es sind halt beides Einzylinder mit ca. 650ccm Volumen. Die nominalen 10PS Leistungsunterschied fallen „nur“ beim Überholen wirklich auf.
Auch beim Fahrwerk fallen die Unterschiede relativ gering aus. Die FMX ist optisch zwar ein leichtes Motorrad, hat ja aber nach gewogenem Gewicht nur unwesentlich weniger auf den Hüften als die Freewind. Die Bremsen sind fast gleichwertig. Die Federwege sind bei der FMX mit 218mm zwar länger als die der Freewind. Einen Komfortgewinn bringt das aber nicht wirklich. Wobei ich hierzu später noch ein paar Worte verlieren will.
Als Fazit komme ich, wie schon im Eingangsthread, immer wieder zum gleichen Ergebnis:
Die Freewind ist das reisetauglichere, vollwertigere Motorrad. Der FMX merkt man ihre Gene (Abstammung von der Dominator) noch deutlich an. Ihr Einsatzgebiet ist aber deutlich reduziert.
Auch sie zaubert einem beim Fahren ein Grinsen ins Gesicht, erlaubt eine freche Fahrweise, verzeiht Fehler bei der Linienwahl und ist insgesamt einfach zu fahren.

Technik und Wartung:
Wie auch meine Freewind, warte ich die FMX selbst. Das gestaltet sich bei der FMX ein wenig interessanter, da ich schon vor meinem Urlaubsantritt planen muss, was ich machen will und was ich dazu brauche. Ich habe keine Lust, mir in Teneriffa ein komplettes Werkzeug-Equipment zu zulegen.
Ebenso sind auf der Insel die Ersatzteile nicht ganz so günstig zu bekommen.
Es kommt noch hinzu, dass mir zu Anfang keine Daten über den aktuellen Pflege- und Wartungsstand vorlagen.
Von besonderem Interesse für euch sind im Rahmen meiner durchgeführten Arbeiten vielleicht zwei Punkte:
Die Gabel und der Luftfilter.
Die FMX hat eine Upside-down-Gabel, Ø 45 mm. Leider hatte die Gabel meiner FMX ein recht schlechtes Ansprechverhalten. Normal gehört ein 10er Öl rein.
In der Überzeugung, dass noch das erste Öl drin ist, habe ich mich entschlossen einen Wechsel durch zu führen. Um sie ein wenig sensibler zu bekommen, habe ich mich für 7,5 Öl entschieden.
Dank selbst gezimmertem Unterstellbock (die FMX hat keinen Hauptständer) gestaltete sich die Demontage der Gabel recht problemlos.
Der Zustand des alten Öls verblüffte mich sehr. Im Vergleich zu der Brühe die ich beim letzten Wechsel aus der Freewind-Gabel abgelassen habe, sah das Öl hier fast wie neu aus. In der Summe habe ich etwa 0,9 Liter Öl gesammelt. Daher habe ich insgesamt auch nur wieder einen Liter frisches Öl rein gefüllt. Beim Einbau der Gabel habe ich leider feststellen müssen, dass ein leichter Verzug im System vorhanden ist. Beim Einschieben des zweiten Gabelholms mit rotierenden Bewegungen in die Gabelbrücke verklemmte sich dieser immer wieder. Ob dieser Fehler aus der einseitigen Belastung durch die Bremse resultiert oder aus einem Abflug eines Vorbesitzers lässt sich von mir nicht sagen.
Insgesamt hat sie der Wechsel bezahlt gemacht. Die Gabel spricht nun deutlich besser auf kleine Unebenheiten an. Wenngleich noch viel Potential nach oben ist.

Ich wollte natürlich auch sehen, in welchem Zustand der Luftfilter ist. Es ist deutlich schwerer an den Luftfilter der FMX zu gelangen, als an den der Freewind. Zudem handelt es um eine Papierluftfilter, der eigentlich nicht auswaschbar ist, sondern nur ersetzt wird, wenn es erforderlich ist.
Der Luftfilter meiner FMX war tiefschwarz statt rot. Da ich noch keinen Ersatz hatte und auch keinen originalen Ersatz auf der Insel besorgen wollte, habe ich mich entschlossen es doch mal mit vorsichtigem Auswaschen zu probieren. Nach der Reinigung mit Geschirrspülmittel war die ehemalige rote Grundfärbung wieder zu erkennen. Perfekt war es aber nicht. Als stand ein neuer Luftfilter auf meiner Liste für den nächsten Aufenthalt in Teneriffa drauf.
Warum ich das erwähne? Weil mich das Resultat der Luftfilteraktionen verblüfft hat. Die Fahrleistungen haben sich nicht verändert. Jedoch ist der Verbrauch nach dem Waschen von zuvor ca. 6 l/100km auf etwa 5,5 l/100km gesunken, mit dem neuen Luftfilter sind jetzt sogar Verbrauchswerte unter 5 l/100km drin. Bei nur 11 Liter Tankvolumen ist das schon nicht ganz unbedeutend.

Beim spanischen Pendant zum TÜV durfte ich auch schon vorfahren. War eine interessante Erfahrung. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Motorrad auf einem Bremsenprüfstand gewesen. In D kenne ich es nur so, dass der Prüfer während einer kurzen Probefahrt mal kräftig am Bremshebel zieht bzw. das Bremspedal tritt.
Die spanischen Prüfer haben dagegen ganz auf die Probefahrt verzichtet. (Ist mir ja viel lieber so 8) ).
Dafür gab es zur Abgasmessung auch noch eine Lärmmessung.
Insgesamt bin ich ohne niedergeschriebene Mängel durchgekommen, obwohl der Prüfer leider festgestellt hat, dass mein Bremslichtschalter hinten nicht mehr getan hat. Er hat mir geglaubt, dass ich mich darum kümmern werde. Es war Korrosion innerhalb des Schalters, die selbstverständlich von mir sofort entfernt wurde.
Grüßle



Brummbär



"Man kann eine Freewind nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - eine Freewind braucht Liebe."Bild

Benutzeravatar
Knüppi
Spezialist
Spezialist
Beiträge: 286
Registriert: 27. Okt 2013, 20:07
Wohnort: Gera
Kontaktdaten:

Re: Honda FMX 650

Beitragvon Knüppi » 29. Nov 2015, 12:35

Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!
Wann bist du denn immer dort? Eigene Ferienwohnung/ Haus?
Viele Grüße.
Mein XF650 Scrambler - Umbaublog >
http://www.Karasche.wordpress.com

Benutzeravatar
Brummbär
Technikpapst
Beiträge: 1044
Registriert: 3. Apr 2003, 18:57
Wohnort: Sindelfingen

Re: Honda FMX 650

Beitragvon Brummbär » 29. Nov 2015, 12:51

Hallo Knüppi,

siehe PN
Grüßle



Brummbär



"Man kann eine Freewind nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - eine Freewind braucht Liebe."Bild