Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

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Doringo
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Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon Doringo » 2. Jun 2016, 14:32

Mangelnder Grip
Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht


01.06.16 16:43

Mangelnder Grip ist für Motorradfahrer tückisch. Doch wer haftet für Schaden und Schmerzensgeld bei einem Sturz auf einer regenassen maroden Landstraße?

Ein Bundesland muss unter Umständen für einen Unfallschaden wegen eines abgenutzten Straßenbelags haften. So urteilte das Landgericht Detmold (Az. 9 O 86/15) und sprach einem gestürzten Motorradfahrer Schadensersatz und Schmerzensgeld zu.

http://www.hna.de/auto/urteil-haftet-ei ... 51410.html
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon loop » 2. Jun 2016, 18:25

Fragwürdige perverse vollkasko Mentalität einiger Verkehrsteilnehmer auf Kosten aller Anderen.
Wenn ich von solchen Idioten lese geht mir das Geimpfte auf.
Echt kaputte Zeitgenossen.
Und wenn die dann überall glattgeteerte Strassen haben und nurmehr 70 fahren dürfen ists auch nicht recht. :?
Liebe Grüße
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon Doringo » 2. Jun 2016, 19:57

loop hat geschrieben:Fragwürdige perverse vollkasko Mentalität einiger Verkehrsteilnehmer auf Kosten aller Anderen.
Wenn ich von solchen Idioten lese geht mir das Geimpfte auf.
Echt kaputte Zeitgenossen.
Und wenn die dann überall glattgeteerte Strassen haben und nurmehr 70 fahren dürfen ists auch nicht recht. :?


wieso das ist doch Sache der Komune die von den Steuereinnahmen sich auch um die Strassen der Gemeinde kümmern muss ,
ich ärgere mich schon wenn ich auf Hauptverkehrstrassen durch dicke Schlaglöcher fahre
oder die Strassen im schlechten Zustand sind , dafür bezahlt jeder Bürger ja Steuern , Versicherung usw und das nicht zu wenig ,
von daher finde ich das völlig zu Recht das ein Motorradfahrer dagegen klagt ,
vielleicht hat ja nichtmal ein Hinweisschild auf die schlechten Strassenzustände gewarnt
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon gylepomp » 2. Jun 2016, 22:12

In meiner bevorzugten Motorradgegened, den Dolomiten gibt es außer
den generellen 90 auf Landstraßen in Italien keine Beschränkung.
Die ca. 40 Spitzkehren zum Sella schafft kein Mensch mit 90.
Es gibt schon genug Strecken, die für Motorradfahrer temporär
gesperrt sind, oder für Zweiradfahrer speziell mit Tempolimit
belegt sind.Wer sich nicht auf verschiedene Straßenzustände
einstellen kann, sollte auch nicht rumheulen, wenn er sich
verschätzt hat.
Gruß Ulrich

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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon Isegrim » 2. Jun 2016, 23:13

Ist das der fall der auch in der MOTORRAD war?
Weil dann dürfen hier die beiden Gegner der Klage mal still sein... das ganze ist dann nämlich auf fast gerader Strecke passiert... ich möchte euch sehen wenn ihr im nassen vorsichtig Fahrt und plötzlich geht die Maschine grundlos weg...

Allgemein kann man hier aber nicht einfach pauschal etwas aufgrund dieser minimalen Berichterstattung sagen...

Ich sehe es aber auch so das ich fast die Hälfte meines Einkommens an den staat abdrücke, zusätzlich noch Steuer für meine Fahrzeuge und dann auch nochmal Steuer auf den sprit, dann soll ich auch einigermaßen gefahrlos auf Straßen unterwegs sein können...

Mfg
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon Maad » 2. Jun 2016, 23:17

Es gibt Dinge, die verstehe ich einfach nicht.
Und dazu gehört auch wie man in diesem Fall von "Idioten" und "rumheulen" reden kann.
Ich denke wenn man selbst in so einen Fall involviert wäre oder es real mitbekommen hätte, würde man sich nicht so scharf äussern.

Ich denke das Gericht wird schon richtig entschieden haben. Wenn seit 2008 bekannt ist, dass der Fahrbahnbelag unzureichend ist, es 2012 nochmal bestätigt wurde und sich bis 2016 nichts getan hat, dann kann man schon davon ausgehen, dass man diese Gefahrenstelle bewusst ignoriert. Zumal es in diesem Bereich häufig Unfälle gab.

Dass der Fahrer den Unfall hätte vermeiden können indem er 35km/h statt der 40km/h hätte fahren können, mag ja stimmen. Aber dafür hat er ja auch eine Teilschuld von knapp 25% erhalten.

Lange Rede, kurzer Sinn: jeder kann solche Gerichtsurteile interpretieren wie er mag. Ich für meinen Teil bin mir ziemlich sicher, dass ich bei diesen Gegebenheiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gestürzt wäre.

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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon loop » 3. Jun 2016, 06:27

Zitat aus dem Bericht der HNA:
...., fuhr eine Gruppe Motorradfahrer auf einer regennassen Landstraße. Dabei verlor einer der Männer ohne ersichtlichen Grund die Kontrolle über sein Zweirad und stürzte.

Und ich bleib dabei: Fragwürdige perverse vollkasko Mentalität einiger Verkehrsteilnehmer auf Kosten aller Anderen.
Und noch gut das es ein MANN war, weil dann ist ja alles klar.
Wärs eine Frau gewesen sähe das die motorradverträumte Männerwelt mit Sicherheit anders.
Was man dem Artikel nicht entnehmen kann: Wie oft hatte besagter Mann schon die Kontrolle über sein Motorrad nicht mehr, aber es ist grad so noch mal gut gegangen?
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Liebe Grüße
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon AoS » 3. Jun 2016, 08:11

Es gibt genug Fälle, in denen die Gefahr nicht vom Verkehrsteilnehmer ausgeht, sondern von der unzureichenden Qualität der Straße: Belag zu alt, nicht fachgerecht verarbeitet oder schlecht repariert. An dieser Stelle schlampt die Verwaltung nur all zu gern. Ja, Verkehrsteilnehmer müssen auch deswegen aufpassen, und können nicht erwarten, dass überall zu jeder Zeit sichergestellt ist, dass die Straßen in einem guten Zustand sind.

Wenn aber eine Gefahrenstelle nicht als solche erkennbar oder gekennzeichnet ist, und man sich plötzlich, trotz legaler Fahrweise, möglicherweise schwerverletzt, auf dem Boden wiederfindet, dann muss die Frage erlaubt sein, was alle Beteiligten inklusive der Behörden dafür getan haben, diesen Unfall zu vermeiden.

Zwar nimmt jeder Verkehrsteilnehmer, ob Motorradfahrer oder nicht, die Gefahr in Kauf, im Verkehr auch Unfälle zu haben. Juristisch nennt man dies wohl Betriebsgefahr. Weil nicht alles vermeidbar ist. Und selbst ein tödlicher Unfall kann einfach Pech sein.
Aber wenn die Behörden ihre Arbeit nicht korrekt machen, dann ist das sehr wohl vermeidbar. Hier die Verantwortung des Staates gegenüber allen Bürgern auf die Betriebsgefahr des einzelnen Verkehrsteilnehmers abzuwälzen, halte ich für ungerecht und widersinnig. Im konkreten Einzelfall ist es nicht vermittelbar, die mangelhafte Arbeit staatlicher Behörden mit höherer Gewalt, Schicksal oder Pech gleichzusetzen.

Die Schuld auch noch dem Verkehrsteilnehmer zuzuschreiben weil er Motorradfahrer und Mann ist, und trotz mangelnder Information darüber zu fabulieren, dass dieser ohnehin und ganz wahrscheinlich ein fieser Verkehrsregelübertreter ist, finde ich pervers und scheinheilig. Das wird Motoradfahrern viel zu oft vorgeworfen, und ich finde es schade, dass mir eine solche undifferenzierte und böswillig stereotype Dämonisierung des Motorradfahrers sogar hier begegnet und von jemandem propagiert wird, der selbst männlicher Motorradfahrer ist.

Abschließend möchte ich auch betonen, dass das alles absolut gar nichts mit einer Vollkasko-Mentalität zu tun hat. Es geht nicht darum, jegliche Verantwortung abzuwälzen. Sondern darum, dass im Einzelfall festgestellt wird, bei wem die Verantwortung lag. Und das kann eben auch eine Behörde sein, deren Mitarbeiter sind genauso fehlbar wie alle anderen Menschen.
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon wbdz14 » 3. Jun 2016, 09:30

ich hab im märz diesen jahres auch erfahren, was passiert, wenn die straße nicht das gripniveau hat, das sie dem auge verspricht.
Bild2016-03-26_10-55-15 by Winfried Baier, auf Flickr
beim anbremsen vor der rechtskurve stellte sich heraus, daß das gripniveau dem eines tanzparketts entspricht. geklagt hab ich nicht, war halt deutlich schneller als die beschilderten 70km/h. aber selbst 10 jahre erfahrung und mehr als 300000km bei jedem wetter konnten mich nicht vor dem abflug bewahren.
viewtopic.php?f=1&t=5596 Suzi Whongs Geschichte
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Re: Marode Straße: Motorradfahrer klagt vor Gericht

Beitragvon Isegrim » 3. Jun 2016, 17:09

@AoS du sprichst mir völlig aus der Seele, ich konnte es nur leider nicht so gut zu Papier bringen.

@wbdz14 du bist eindeutig das perfekte Beispiel für Aos und meine Sichtweise...

MfG
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