Ölablass-Schraube überdreht? Oo

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Infocalypse
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Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon Infocalypse » 8. Apr 2016, 18:23

Ahoi,

ich wollte eben bei meiner Freewind den ersten Ölwechsel machen und stelle fest, dass die Ölablassschraube nicht rausgeht. Ich bin auch nicht zu blöd dafür, weil ich den Ölwechsel erst vor 2 Wochen bei einer anderen Freewind gemacht habe ;)

Nun vermute ich, dass mein Vorbesitzer wohl die Ölablassschraube überdreht hat (oder irgendwie anders das Gewinde geschrottet hat). Da bleibt ja eigentlich nur, die Schraube mit Gewalt rauszuholen und ein neues Gewinde reinzudrehen. Dazu muss ich natürlich auch an die Innenseite vom Gewinde kommen, um die Aluspäne zu entfernen.
Leider hat die Freewind, so wie ich das sehe, keine separate Ölwanne. Muss ich also den gesamten Motor auseinandernehmen? Oder komme ich da irgendwie anders ran? Ich könnte gerade so richtig kotzen. :evil:

Zum Glück habe ich noch ein anderes Motorrad. Das kann ich jetzt aber auch nicht fahren, weil ich sonst vor lauter Wut vom Bock falle :x

Viele Grüße,
Matthias

PS: Oder meint ihr, dass ich nach dem Nachschneiden des Gewindes mit 3-4 Ölspülungen die Späne aus dem Motor rausgespült bekomme? Im Endeffekt ist es ja auch "nur" Alu. Die Zahnräder sind aus Stahl. Da könnte man ja hoffen, dass die verbleibenden Späne auf dem Weg zum Filter keinen Riesenschaden anrichten.

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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon snowdy » 8. Apr 2016, 18:48

Hallo.

Hast du die Schrauben denn jetzt raus?

Meist nagt die Schraube das Alugewinde mit der Zeit aus dem Gehäuse und die Reste sitzen in der Ablassschraube. Denke nicht das da viele Späne im Gehäuse sind.
Es gibt Reparatursätze zum Nachschneiden mit Übermaßschraube. Habe ich bei der XF jedoch noch nicht gemacht, sollte gefühlt aber gehen.
Ggf. billiges ÖL oder recht sauberes Altöl gut erwärmen und einfach nochmal bei offener Ablassschraube aufkippen/durchspülen.
Ich hätte dann keine Bedenken meine weiter zu fahren,

Gruß

Snowdy

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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon Perry » 8. Apr 2016, 19:02

Variante: Ölablassgewinde reparieren

http://www.motorradonline.de/schraubert ... den/348174

Es gibt auch die harte Variante der Gewindereparatur bei zusammen- und eingebautem Motor: Das Gewinde der Ölablassschraube und das in der Ölwanne sind komplett hinüber. Dies könnte auch ein Zündkerzengewinde sein – die Reparatur eines Ölablassschrauben- und Zündkerzengewindes ist grundsätzlich gleich. Vorgehensweise wie folgt:

Wir suchen in unserer (uns sehr ans Herz gewachsenen) Uralt-Schraubenkiste eine ähnliche Schraube. Mit Schublehre und Gewindelehre lassen sich Durchmesser und Gewindesteigung exakt feststellen (z.B. M14 x 1,25).
Gewindebohrer für M14 x 1,25 satt in Fett eintauchen.
Gewindeloch anschneiden, nach jeweils zwei Schneidumdrehungen wieder ausdrehen, Späne entfernen, Gewindebohrer in Fett eintauchen, zwei weitere Gänge schneiden.
Gewindewendel auf Eindrehwerkzeug aufdrehen und vorsichtig hinenschrauben.
Letzter Check: Gewindewendel ist ca. 1/2 Gewindesteigung bis unter die Dichtfläche eingedreht, sitzt sauber.
Mit einer Spitzzange den Mitnehmerzapfen abbrechen und herausziehen. Neue Ölablassschraube probehalber eindrehen – passt!

gute Beschreibung

viel Glück

Perry

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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon wbdz14 » 8. Apr 2016, 20:22

wenn das gewinde geschrottet wäre, würde die ablaßschraube doch nicht total fest sitzen. möglicherweise hat dein vorgänger da loctite verwendet. das bekommst du weich, indem du es erhitzt.
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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon Infocalypse » 8. Apr 2016, 21:43

wbdz14 hat geschrieben:wenn das gewinde geschrottet wäre, würde die ablaßschraube doch nicht total fest sitzen. möglicherweise hat dein vorgänger da loctite verwendet. das bekommst du weich, indem du es erhitzt.

Die Schraube sitzt nicht total fest. Ich kann sie drehen. Nur eine Bewegung entlang der Schraubachse findet dabei nicht statt ;)

Ich werde am Sonntag mal das Motorrad auf die Seite legen und die Schraube entfernen. Dann weiterschauen. Aber Helicoil oder ähnliches klingen erstmal ganz praktikabel.

Danke, ich werde berichten :)

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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon Doringo » 9. Apr 2016, 07:35

vielleicht geht es das Oil abzusaugen über den Oileinflusstutzen mit einer kleinen Pumpe ( gibts im Netz , ca 15 Euro , und braucht man öfter mal ) ich denke durch den Oileinfüllstutzen müsste man da mit dem dünnen Schlauch bis an die tiefste Stelle kommen )
habe ich beim Auto auch schon mal gemacht , da bekommt man alles raus mit
dann kannste erstmal wieder ne Saison fahren
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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon ruhri » 10. Apr 2016, 23:23

Hi,

Beileid.
Ich würde versuchen, statt der Schraube so ein Stahlbus-Ölablassventil mit Kaltmetall + Dichtmasse einzukleben.

Doringo hat geschrieben: ich denke durch den Oileinfüllstutzen müsste man da mit dem dünnen Schlauch bis an die tiefste Stelle kommen

nö, habe ich 'mal versucht, ging nicht.

Gruß
ruhri

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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon wbdz14 » 20. Aug 2019, 17:40

Ha mal diesen alten Beitrag ausgegraben, weil ich gerade ein ähnliches Problem mit meiner ersatzfreewind habe. die ölablaßschraube ist komplett rund und scheint mit was auch immer reingeklebt zu sein, sodaß ich die schraube selbst nach erhitzung und mit hammer und meißel nicht aufbekam. was aufgieng war die inbusmutter, die vorne rechts am motor sitzt. ok, da kommt aber nur ca 1/2 liter öll raus. absaugen geht auch nicht, weder über den öleinfüllstutzen noch über die bohrung hinter dem öfilter kommt ich weit genug in die ölwanne.
irgendwann kam ich dann auf die idee, den motor laufen zu lassen, damit die bewegung der kurbelwellengegengewichte das öl zu dieser vorderen öffnung herauspumpt. was soll ich sagen, es hat funktioniert, man muß nur aufpassen, daß der kolben nicht trocken läuft, aber das öl wird nahezu komplett herausbefördert. nach neubefüllung und probelauf blieb das öl klar, da dürfte also nicht mehr viel altöl verblieben sein. nur so als idee, längerfristig werd ich die alte ablaßschraube wohl ausbohren müssen, aber jetzt kann ich erstmal zum tüv und die kiste anmelden.
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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon loop » 21. Aug 2019, 05:54

Hi
Du musst das Möpp mal richtig warm fahren, nicht nur so dahinrollen. :mrgreen:
Aba im Ernst:
Ein Schraubensicherungs-Kleber sollte sich spätestens 300°C auflösen bzw. verflüssigen, also gscheit mit dem Punsenbrenner draufhalten.
Vorher mit der kleinen Flex eine Nut reinschneiden und den Schlitzbit aus dem 1/2 Zoll Ratschenset versuchen.
Sollte die Schraube mit Kaltmetall verklebt sein dann ...:?:
Das Zeug brennt mit offener Flamme zwar auch weg, hab da aber keinerlei Erfahrung ob das auch im Gewindespalt funzt.
Liebe Grüße
Tom

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Re: Ölablass-Schraube überdreht? Oo

Beitragvon Chefschrauber » 21. Aug 2019, 06:21

Hi,
gute 200°C reichen schon aus. Bei 200°C hat Loctite 243 nur noch die halbe "Klebekraft" als bei Raumtemperatur.

Bei 300°C können in Stahl und Aluminium bereits Gefügeveränderungen statt finden, also lieber nicht so heiß machen. :wink:
Hatte mal ne schöne Freewind