Vergaser verstopft

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lauerc
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Vergaser verstopft

Beitragvon lauerc » 15. Jan 2005, 14:21

Ich habe folgendes Problem mit meiner Maschine: Wenn ich sie mit gezogenem Choke starte springt sie zwar an, jegliches Betätigen des Gaszugs würgt sie aber direkt ab - selbst wenn sie warmgelaufen ist. Ein Hereinschieben des Choke-Knopfs würgt sie ebenfalls ab. Ich habe bereits die Zündkerzen gewechselt und das Motoröl ausgetauscht, der Luftfilter ist in Ordung und die Kraftstoffzufuhr zum Vergaser ist auch frei. Ich habe mittlerweile eine plausible Erklärung erhalten, wonach von der Vergaser nur noch über die oberen Choke Leitungen mit Sprit versorgt wird, die 'normalen' Leitungen aber verstopft sind. Ich habe dann versucht, mittels eines Reinigungs-Zusatzes die betreffenden Leitungen frei zu bekommen, bisher allerdings ohne Erfolg. Ich werde allem Anschein nach also nicht um eine Vergaser-Reinigung herumkommen. Da ich meine Maschine in ihrem Zustand nicht in eine Werkstatt bekomme und ich mir die Kosten gerne ersparen würde, will ich den Vergaser gerne selbst ausbauen. Kann mir jemand beschreiben wie ich das bei der Maschine am besten mache?

Susi-Freewind
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Beitragvon Susi-Freewind » 15. Jan 2005, 15:30

Vergaser zerlegen erfordert gewissen Grundkentnisse. Solltest du beabsichtigen, noch öfters an der XF zu arbeiten, rate ich zur Anschaffung eines Werkstatthandbuches, oder einer Reparaturanleitung. Zu Empfehlen wäre für deine Zwecke wahrscheinlich die Variante im Buchili -Verlag, kostet so um die 24 Euro.
Die Demontage und Zerlegung des Vergasers erfordert ohne Vorkentnisse unbedingt wenigstens ein paar Zeichnungen, damit du weist, was dich erwartet, und später die Teile wieder zusammenbekommst.
Kleine Anmerkung am Rande: Damit die Leitungen völlig dicht sind, müsste die Maschine mit recht schlechtem Sprit schon über Monate gestanden haben, oder aber es wurde verdammt dreckiges Benzin (z.B. aus verunreinigtem Kanister) getankt. Eine leichte Verharzung im Vergaser würde nicht zu so drastischen Folgen führen.

Gruß
Björn
Momentan ohne Eintopf... aber bald wieder mit! :-)

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Brummbär
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Vergaserdemontage

Beitragvon Brummbär » 16. Jan 2005, 17:46

Hallole,

Ausbau des Vergasers müßte etwa so gehen:

Abbau von Sitzbank, Seitenverkleidungen, Tank.
Lösen aller Züge (Gas- und Chokezug).
Lösen der Luftfilterkastenbefestigungsschrauben.
Be- und Entlüftungsschläuche vom Luftfilterkasten lösen.
Befestigung der Unterdruckkammer (kleine schwarze Dose) lösen.
Stecker des Magnetventils und Kabelstecker des Drosselklappensensors abziehen.
Alle vier Schlauchschellen vorn und hinten weit aufdrehen.
Vergaser durch Dreh- und Kippbewegung aus den Stutzen "reißen".
Vergaser aus dem Rahmen ziehen.

Wenn du keine große Erfahrung hast, mach vorher ein paar Fotos und am Besten auch zwischendurch mal das eine oder andere Detail dokumentieren.

Vergaser über Ablaßschrauben vom Benzin befreien ( Entleeren).

Schwimmerkammern abnehmen und Düsen ausschrauben und dies z.B. mit Kupferdraht (von mehradrigem Stromkabel) reinigen.

Gasschieber vorsichtig auf Leichtgängigkeit prüfen.

Schwimmerkammer reinigen und mit neuem O-Ring versehen.

Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.

Normal müßte das so reichen um die schlimmsten Langzeitstandfolgen zu beheben.
Grüßle

Brummbär

"Man kann eine Freewind nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - eine Freewind braucht Liebe."Bild

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Re: Vergaser verstopft

Beitragvon Tigerente » 20. Jan 2005, 09:11

lauerc hat geschrieben:... Da ich meine Maschine in ihrem Zustand nicht in eine Werkstatt bekomme und ich mir die Kosten gerne ersparen würde, will ich den Vergaser gerne selbst ausbauen. ...


Hallo lauerc!

Vergaser ist eine komplizierte Sache. Haben meine "Vorschreiber" schon erwähnt. Ohne Handbuch geht da nix.

Viele Werkstätten bieten über die Wintermonate einen kostenlosen Hol- und Bringservice des Bikes an. Erkundige Dich doch mal bei Deiner Werkstatt.

Herzliche Grüße - und viel Glück -

Jörn :cool:
Wer zuletzt lacht...
denkt zu langsam!

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Re: Vergaserdemontage

Beitragvon TOOL » 13. Feb 2005, 16:32

Brummbär hat geschrieben:...
mach vorher ein paar Fotos und am Besten auch zwischendurch mal das eine oder andere Detail dokumentieren.
...

Eine sehr tolle Idee, muss ich mir merken! :gut:

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Re: Vergaser

Beitragvon Kurt Hofmann » 14. Feb 2005, 20:00

Habe noch eine der wenigen Reparaturanleitungen (Kopieform) anzubieten. :lol: Bei Interesse kuze mail an mich persönlich.
Gruß
Kurt
der mit der Quitsche-Ente

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Nur noch eine kleine Anmerkung!

Beitragvon Husky » 21. Feb 2005, 12:18

Ich habe zwei Freewind`s :grin: , die erste hatte ich neu gekauft beim Händler, damals wurde angeblich jede Maschine in der gedrosselten Version geliefert! Da ich mit meinen 125kg natürlich die vollen PS nutzen wollte, wurden die Überströmlöcher mittels eines Aufrüstkit`s zugemacht. Leider hat sich der Kleber aufgelöst und mir den Vergaser dichtgemacht! Der Händler flickte dies zweimal so, schließlich bestellte er doch ein Orginalteil ohne Löcher! Von da an funktionierte es! ( Habe anschließend den Händler gewechselt!) :grin: !

Nun die zweite hat jemand in die Botanik gesemmelt, weil der Hobel plötzlich kein Sprit mehr bekommen hat, auch dort war mittels Kit gearbeitet worden, der Kleber hatte sich auch dort langsam gelöst und die Düse war dicht! Ob dies nun der Grund ist oder nicht, wenn Du den Vergaser offen hast, dann kontroliere es und wechsel auf ein Orginalteil, laut E-Teilliste lag es meiner Meinung nach bei ca. 20 (DM od. Eupels) weiß es leider nicht mehr, wann ich den Preis dafür abgefragt habe und auf meinen Zettel steht nur Teil und Zahl!

Also lasse es brammeln und brasseln :bike:

Husky

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Amerkung...

Beitragvon Husky » 21. Feb 2005, 12:27

Ich meine das Loch im Gasschieber! :grin:

Also lasst brammeln und brasseln :bike: ,

Husky

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Beitragvon lauerc » 9. Apr 2005, 13:56

Erst mal viellen Dank für die zahlreichen Beiträge, ihr habt mir echt weitergeholfen!

Ich habe mir das besagte Handbuch aus dem Büchli Verlag gekauft und nach der dortigen Anleitung den Vergaser ausgebaut, was auch recht reibungslos funktioniert hat. Den Vergaser habe ich in meine Werkstatt gebracht wo man prompt meine Vermutung bestätigt hat: Der Vergaser ist tatsächlich zugesetzt und wird dort in den nächsten Tagen einer Reinigung unterzogen. Schätze dies mein Problem behebt. Hoffe nur das ich den Bock wieder zusammengesetzt bekomme.

Leider hatte ich den sehr guten Tip von Brummbär nicht beherzigen können, da ich das Mitbringen meine Digitalkamera zu besagter Ausbauaktion vergessen hatte. Ich mußte nähmlich feststellen, daß die Illustration im Reparaturhandbuch stellenweise etwas dürftig ist. Kann mir vielleicht jemand mit ein paar Detailaufnahmen der Verbindungsstellen zwischen Vergaser und dem Rest der Maschine (Motor, Luftfilter, Tank) weiterhelfen?

Gruß,
Christian

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Beitragvon lauerc » 24. Apr 2005, 18:30

Gute Neuigkeiten: Ich hab' die Mühle wieder zusammengeschraubt bekommen, lief auf anhieb. Der Frühling kann jetzt kommen :bike:

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Beitragvon studzimmer » 26. Mär 2006, 16:08

Was hat denn die Reinigung gekostet?

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Re: Vergaser verstopft

Beitragvon fivefinger1 » 25. Feb 2013, 10:09

Hi,
Ich hatte auch ein paar Probleme mit dem Vergaser. Mit 3,6L auf 100km ist das zwar ein erfreulicher Spritverbrauch, aber die Kiste lief nicht rund und irgendwie mit zuwenig power.
Vermutete Membrane und habe Vergaser ausgebaut und gereinigt. War aber nach 20TKm innen wie neu.
Jedenfalls hatte der Vorbesitzer ein Scottoeler eingebaut und dabei die Schlaeuche irgendwie anders verbaut als original.
Ich hatte zwar Fotos gemacht, aber wo der Schlauch von der Unterdruckkammer hingeht, kann ich leider nicht sehen und mich auch nicht mehr erinnern.
Das WHB zeigt es nicht und auch die Explosionszeichnung zeigt den Schlauch nur nach unten ohne Anschluss.
Fahre die wahrscheinlich einzigste Freewind hier in Singapur. Deswegen brauche ich keine Werkstatt fragen. Die winken gleich ab.
Kann mir jemand mal helfen?
:)

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Re: Vergaser verstopft

Beitragvon wbdz14 » 25. Feb 2013, 12:27

hab noch ein paar bilder, als ich den gaser ausgebaut hatte, vielleicht hilft dir das
PICT0011.JPG
PICT0012.JPG
viewtopic.php?f=1&t=5596 Suzi Whongs Geschichte
Bild Tracy´s Geschichte

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Re: Vergaser verstopft

Beitragvon fivefinger1 » 26. Feb 2013, 08:26

Super, danke.
Die Fotos sind gemacht, bevor du das Unterdrucksystem rausgeschmissen hast, oder?
Nach stundenlangem Surfen in diesem Forum und im Internet allgemein hatte ich natuerlich deine Fotos schon heruntergeladen, bis auf das Zeite.
Jetzt zumindest ist jetzt klar, dass der linke Unterdruckanschluss (In Fahrtrichtung hinter der Drosselklappe) verschlossen ist.
Bei mir war da, wie gesagt, der Scottoiler angeschlossen, was man ja dann eigentlich so lassen kann.
Dennoch ist mir nicht ganz klar, wie die Unterdruckdose angeschlossen ist. Ich denke, hier im Forum herausgelesen zu haben, dass beide Schlaeuche an das Magnetventil gehen. Der lange Schlauch direkt auf den aeusseren, laengeren Anschluss und der kurze zur orangen Seite des Unterdruckuebertragunsventils, welches vom Unterdruckanschluss des rechten Vergasers kommt.
Kann das jemand bestaetigen?
Wie gesagt, hier in diesem Land gibt es leider keine andere Freewind, wo ich eben mal nachkucken koennte.

Im Gegensatz zum Buecheli-Buch zeigt diese Zeichnung von http://www.bike-parts-suz.com/suzuki-recherche-bike-pieces_nn.php?compteur=3486&PartsListID=2717477 hier unterschiedliche Anschluesse.
(Weiss grad nicht, wie man Bilder in die Post laed, habs deshalb angehaengt. Hoffe, das hat geklappt)
Die Pfeile mit den Nummern auf der Zeichnung sind eigentlich meine Fragen.
Nr.1: Den Schlauch kann ich gar nicht zuordnen.
Nr.2: Ein T-Stueck. Wohin?
Nr.3: Denke, dass das der Schlauch zum Benzinhahn ist
Nr.4: Im Buechelibuch geht diese Linie auf den anderen Anschluss des Magnetventils
Nr.5: Keine Ahnung. Ans Magnetventil, aeussere, lange Anschluss?
Nr.6: Im Buechelibuch zeigt diese Linie auf die rechte Seite des Unterdruckuebertragungsventils.

So, was ist richtig???

Sorry fuer all diese detailierten Fragen. Aber ich moechte alle Fehlerquellen ausschalten.
Da mein Vergaser innen wie neu ist, die Membranen kein Loch oder Riss haben und ich ihn trotzdem gereinigt habe, kann ich mein Spritmangelproblem von daher fast ausschliessen. Es sei denn, die Duesennadel ist in der dritten Kerbe zu niedrig.
Den Spruehtest mit Bremsenreiniger wegen Nebenluft hatte ich vor dem Vergaserausbau auch gemacht. Die Leerlaufdrehzahl blieb stabil, was auf dichte Verbindungen schliessen laesst.
Magnetventil, Unterdruckuebertragungsventil, Drosselklappensensor und Unterdruckkammer getestet- alles i.O.
So denke ich eben, dass es irgendwo an den Schlaeuchen und dessen Verbindungen liegt.
Hach, ich brauche echt eure Hilfe! :?
Danke nochmal.
Dateianhänge
Vergaser Suzuki (Large) (Medium).jpg

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Re: Vergaser verstopft

Beitragvon wbdz14 » 26. Feb 2013, 09:39

gehst du vom unterdruckanschluß hinter der rechten drosselklappe aus.
kurzer schlauch auf ein t-stück 1. von da ein anschluß zum benzinhahn2, der zweite zum t-stück der unterdruckdose3. von diesem t-stück geht´s einmal zur unterdruckdose und einmal zum äußeren anschluß des drehzahlregulierventils4. der innere führt dann zum vergaser nach oben5. das ist alles. den anschluß für den scottoiler hab ich zwischen dem ersten t-stück und der unterdruckdose geschalten. mach dir halt einfach mal die funktion klar, dann findest du auch die passenden schläuche.
da wo du fragezewichen hingemacht hast, das dürfte ein alternativschlauch mit zusätzlichem t-stück sein, möglicherweise für das schweizer modell.
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