Unterdrucksystem rauswerfen

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Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon AoS » 7. Aug 2011, 22:39

Hallo,

da ich grade den Motor neu abdichte muss auch der Vergaser raus. Schon ein äußerlich sieht der so aus als gehörte er mal ordentlich gereinigt. Um die Sache abzukürzen möchte ich einen Vergaser aus meinem Fundus einbauen. Diesem fehlt allerdings der Drosselklappenpositionssensor.

Meines Wissens dient das Unterdrucksystem (außer zur Betätigung des Benzinhahns) dazu, die Gasschieber davon abzuhalten, zu schnell aufzumachen. Und das auch nur zur Einhaltung der Geräuschvorschriften. Ich trage mich jetzt also mit dem Gedanken, das ganze Gedönse rauszuschmeißen.

Meine eigentliche Frage ist jetzt folgende: Kann ich das Unterdrucksystem (Magnetventil, Drosselklappenpoti, VTV, Unterdruckdose) bis auf den Schlauch zum Benzinhahn wegrationalisieren ohne negative Auswirkungen erwarten zu müssen? Sollte ich die Unterdruckdose drinlassen? Oder habe ich einen Denkfehler und sollte ganz anders herangehen?

Grüße
Dirk
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon wbdz14 » 7. Aug 2011, 23:24

ich hab´s beim letzten vergaserreinigen rausgeschmissen und nicht wirklich eine veränderung bemerkt. hab nur noch den unterdruckschlauch zum benzinhahn gelassen, das ganze schauchgedöns ist weg.
ich hatte mir die funktion des unterdrucksystems allerdings etwas anders vorgestellt. ich dachte, es wirkst in den unteren gängen als drehzahlbegrenzer und läßt den unterdruck über der membran zusammenbrechen, wenn eine bestimmte drehzahl erreicht wird. schließlich steuert ja die zündbox das magnetventil und dieses das hubsteuerventil. und die zündbox verarbeitet drehzahl, drosselklappenstellung und schalthebelposition. aber vielleicht hab ich da ja was falsch verstanden. ich weiß nur, daß ich jetzt beim beschleunigen auf den drehzahlmesser schauen muß, weil ich sonst in den "roten bereich" drehen kann, und wenn mich nicht alles täuscht, konnte ich das sonst nicht, sie fing sonst bei 7500u/min an zu stottern.
noch ne kleine änderung hab ich bemerkt. wenn man das gas schließt und auskuppelt, sinkt die drehzahl nicht mehr sofort auf leerlaufdrehzahl, sondern benötigt je nach vorher anliegender drehzahl 1 bis 2 sekunden.
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon Isegrim » 8. Aug 2011, 06:04

bei mir ist es genauso wie wbdz14 geschrieben hat... hab unterdruckmäßig auch nicts mehr drin außer den schlauch zum benzinhahn...

und wegen drosselklappensensor... den brauchst doch ned... der drosselt doch meines wissens auch ganz leicht im 2ten und 3ten gang wegen geräuschvorschriften...

MfG
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon AoS » 10. Aug 2011, 22:14

[Unmut!]
Traue nie einem Vergaser! Auch nicht, wenn er von außen wie neu aussieht. Auch nicht, wenn du eine Schwimmerkammer inspiziert hast. Nein, dann kann er immer noch total vergammelt sein.
[/Unmut]
Hätte ich meinen alten doch wieder eingebaut. Von außen pfui, von innen quasi fabrikneu.

Dirk
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon Isegrim » 5. Aug 2012, 17:26

ich grab jetzt mal den thread kurz aus weil ich was von wbdz14 gelesen hab das mic hauch betrifft...

@wbdz14: du hast ja sicher mitbekommen das ich mein ganzes vergaserinnenleben neu gemacht hab... mein vergaser hat auch das ganze unterdruckzeug ned... jetzt ist es bei mir so das der motor von 3000 umdrehungen auf standgas jetzt etwas braucht, so ca 1-2 sekunden... ich hab gelesen das es bei dir anscheinend ähnlich ist... hast du mal versucht das in den griff zu bekommen? oder ist es dir egal? bzw läuft sie sonst ohne probleme? weil ich hab jetzt auch das problem noch das sie manchmal im leerlauf einfach aussetzt oder kurz vorm aussetzen ist weil sie ne zündung auslässt...

MfG
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon wbdz14 » 5. Aug 2012, 17:53

wenn ich mich recht erinnere, lag das bei mir daran, daß eine membran einen kleinen riß hatte und/oder verformt war. hatte sie beim zusammenbau nicht korrekt eingesetzt und gequetscht. dies hab ich damals beim 3. oder 4 vergaserausbau bemerkt und behoben (membran in kochendes wasser gelegt, hierdurch hat sie ihre ursprüngliche form wiederangenommen und der kleine riß kam durch diese formveränderung auf der fläche zwischen vergaser und deckel zu liegen und hatte so keine wirkung mehr). seitdem ist alles ok und ich merke ohne schlauchgedöns keinen unterschied zu vorher mit.
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon Isegrim » 5. Aug 2012, 20:45

hmmm... okay... ich werds mir nächste woche anschauen wenn ich daheim bin...

und die membran darf man einfach in kochendes wasser legen? aber ned lang oder?

MfG
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon wbdz14 » 6. Aug 2012, 00:36

nein, nicht stundenlang auskochen. ich hab sie da ein paar sekunden reingelegt und konnte zuschauen, wie sie sich entknitterte. ich wußt auch nicht, daß das funktioniert, aber kaputt war sie eh.
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon Isegrim » 6. Aug 2012, 16:19

gut... danke für den tipp...:)

MfG
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon -Frank- » 15. Aug 2012, 21:20

Wenn ein Vergaser zu langsam von der Drehzahl runterkommt, liegt das in der Regel an einer falschen Gemischbildung.

- Verstopfte Leerlaufdüse
- Gemischregulierschraube falsch eingestellt
- Falschluft durch ausgehärtete Gummidichtungen an den Ansaugstutzen.

Das mit der Falschluft ist bei Motorrädern die sich im Alter der meisten Freewind befinden eine der häufigsten Ursachen für Fehler an Vergasern und am Abgasverhalten.
Wenn man da versucht mit den Gemischregulierschrauben was einzustellen, gibt das nie ein dauerhaftes Ergebnis.

Einfachste Methode um Falschluft festzustellen:
Im Leerlauf laufen lassen und mit Bremsenreiniger einsprühen. Das Zeug ist sehr entzündlich und wenn der Motor es sich aus durch undichten Ansaugstutzen ansaugt, steigt die Drehzahl leicht an.

Dicht ist der Ansaugtrakt nur dann, wenn trotz ausgiebigem Einsprühen die Drehzahl absolut gleich bleibt.

Es ist allerdings schwierig mittels Sprühen die undichte Stelle genau zu lokalisieren.


Die Freewind ist noch nicht so alt, dass die Ansaugstutzen selbst einreissen. Das kommt so ab 20 Jahren vor. In der Regel ist der Gummiring zwischen Zylinderkopf und Ansaugstutzen platt und ausgehärtet.
Die müssen eben erneuert werden.

Das bedeutet natürlich Vergaser ab, Krümmer und Auspuff ab, ach einfach fast alles ab.

Und dann müssen die M8er Schrauben der Ansaugstutzen gelöst werden. Das sind Senkkopfschrauben mit einem 5er Inbus. (oder wars ein 6er) Egal. Auf alle Fälle ist das Werkzeug klein und das Gewinde groß und eingeklebt. Der Inbus sollte deshalb hochwertig und neuwertig sein.
Erwärmen mit einem Industriefön ist eine gute Vorbereitung. Später kann man die Schrauben durch Senkkopfschrauben mit Torx ersetzen.

Die mittleren Schrauben kann man mit leichten Schlägen lösen. Bei den Äußeren rate ich davon ab, weil die Nase in der das Gewinde steckt, nur etwa 10mm dick ist. So eine Alunase ist schnell mal abgebrochen.

Eigentlich ist es nur ein Haufen sorfältiger Arbeit. Die Ersatzteile sind günstig.

Aber danach sind viele Vergaserprobleme beseitigt.



Das Unterdrucksystem habe ich auch ausgebaut. Der Drosselklappensensor (TPI) ist noch dran.

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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon Isegrim » 16. Aug 2012, 13:54

hab das problem schon vor deinem post in den griff gekommen.. hab in anderen foren genau die möglcihkeiten gefunden die du hier sehr schön auflistest...:)

bei mri wars eine verstopfte leerlaufdüse... sie ist im standgas viel zu mager gelaufen...

MfG
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon Doc Snyder » 23. Sep 2012, 10:39

Hallo miteinander,

Bin seit ner Woche auch stolzer Freewindbesitzer.
Mein Problem ist das der Vorbesitzer dieKiste 2 Jahre im freien hat stehen lasse. Kerzen Flüssigkeiten etc hab ich schon getauscht. Nur hab ich beim Vergaserausbau eine Druckdose mit Anschluss von zwei Stromkabeln ruiniert da ich einen Anschlussnippel für den Unterdruckschlauch abgebrochen hab...Anspringen tut sie nur geht sie nach 1-2 Sekunden wieder aus denk mal das ist dann ein Unterdruckfehler oder nicht? Was kann ich da denn alles rauswerfen? Bzw hat hier jemand Bilder wie es aussehen sollte?

Beste Grüße aus Ötisheim

Doc Snyder

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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon wbdz14 » 23. Sep 2012, 21:54

mal langasm doc. lief sie denn vor deinem kleinen mallheur?
so wie du schreibst, vermute ich, daß du versuchst, das teil irgendwie wieder zum laufen zu bringen. zwei jahre im freien sind an sich ja kein problem, meine steht jetzt das 6te jahr im freien und wird täglich gefahren.

also, ein bischen genauer, was dein problem ist und was du vorhast, wäre nicht schlecht.
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon aflicht » 19. Okt 2014, 19:40

wbdz14 hat geschrieben:ich hab´s beim letzten vergaserreinigen rausgeschmissen und nicht wirklich eine veränderung bemerkt. ...


wenn ich das recht verstanden hab, siehts dann so aus:

okay?

danke, bernhard
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Re: Unterdrucksystem rauswerfen

Beitragvon snowdy » 19. Okt 2014, 22:05

Hi Bernhard.
T Stück weg lassen und einfach direkt vom "Ansaugstutzen" so wie von dir beschrieben an den Benzinhahn. Die oberen Ventile nicht mehr anschließen, ggf. ein Schlauch mit Stöpsel drauf dass es sauber bleibt.

Gruß

Snowdy